Wesensgemäße Bienenhaltung

Naturwabenbau

In der konventionellen Imkerei bekommen die ­Bienen Mittelwände vorgesetzt. Das sind Wachsplatten, auf denen die Waben schon vorgeprägt sind – die Bienen müssen dann einfach nur noch anbauen. Allerdings enthält dieses Wachs viele (schädliche) Rückstände (für Biene und Mensch) und der Bien (=Bienenvolk als ein Lebewesen) kann nicht entscheiden, was er gerade braucht bzw. wie er bauen möchte.

Deshalb darf der Bien bei uns seine Waben selbst bauen, d.h. er bekommt keine Mittelwände und somit sind auch keine Rückstände im Wachs vorhanden. Die Waben dienen den Bienen u.a. auch als Kommunikationsorgan, auf dem die Spürbienen den anderen Bienen anzeigen, wo es schmackhaften Nektar zu sammeln gibt. Naturwabenbau spielt außerdem für die Gesundheit und Vitalität des Biens eine sehr bedeutende Rolle.

 

Links auf dem Bild seht ihr unsere Rähmchen, die wir im Brutraum (= der Teil des Bienenstockes, in dem die Königin Eier legt & neue Bienen aufgezogen werden) verwenden. Dieses große Rähmchenmaß ermöglicht es dem Bien ausreichend große Waben zu bauen, auf dem er genug eigene Vorräte (Pollen & Nektar) anlegen kann.

Wir setzen sog. Anfangsstreifen (oben zu sehen) ein, bei dem wir dem Bien eine Richtung vorgeben, damit er nicht kreuz und quer baut und wir hinterher keinen Überblick mehr haben.

 

 

Im Honigraum (= der Teil des Bienenstockes, in dem der Bien Honig einlagert, der für den Imker bestimmt ist) setzen wir ein kleineres Rähmchenmaß ein (rechts im Bild). Im Honigraum sind Mittelwände leider nicht ganz unverzichtbar. Es dauert einige Zeit bis die Bienen Honigräume aus Naturwabenbau errichten.

Wir arbeiten aber daran. Versprochen!

Das untere Rähmchen enthält eine Mittelwand, bei dem oberen seht ihr eine komplett ausgebaute Mittelwand.

Alle unsere Mittelwände und Anfangsstreifen bestehen zuerst immer aus unserem eigenem Wachs aus 100% Naturwabenbau (= eigener Wachsfluss, kein -kreislauf & keine -schleife). Da wir nicht immer so viel eigenes Wachs zur Verfügung haben bestehen die Mittelwände, die wir einsetzen, aus demeter-Bienenwachs. 

Solche Bauketten (linkes Bild) kommen einem nur beim Naturwabenbau unter. Diese Erfahrung und Arbeit des Bien muss den Zusammenhalt und das soziale Miteinander auf eine ganz andere Ebene heben.

Naturwaben sind in der Entstehungsphase (rechtes Bild) weiß, da sie noch nicht bebrütet sind. Es wird auch von jungfräulichen Waben / Wachs gesprochen. Immer wieder ein atemberaubender Anblick!


Vermehrung über den Schwarmtrieb

Von April bis Mitte Juni kommt der Bien in Schwarmstimmung.

Er zieht sich eine neue Königin auf und will sich teilen, sprich vermehren. Bienen vermehren sich indem die alte Königin mit ungefähr der Hälfte der Bienen auszieht. Sie hängen sich dann in einer großen Schwarmtraube an einen Ast o.ä. in der Nähe der alten Beute (Bild links). Danach fangen die Spürbienen an, eine neue Bleibe zu suchen.

 

In der konventionellen Imkerei wird dieser Schwarmtrieb konsequent unterdrückt, indem die neuen Königinnenzellen (unteres Bild) zerstört werden und die Bienenvölker geschröpft werden. Dabei werden dem Volk Brutwaben und Bienen entnommen, um das Volk zu schwächen, in der Hoffnung, dass das Volk aufgibt und nicht schwärmt (sich also nicht vermehrt!). Konventionelle Imker teilen ihre Völker zu einer Zeit, in der die Bienen sich überhaupt nicht mehr teilen wollen (wenn die Schwarmzeit / Honigernte vorbei ist). Konventionelle Imker üben diese Praxis aus, da sie glauben oder befürchten, dass ihnen ein Volk, was geschwärmt ist, weniger Honig einbringt. Manipulation der Natur zugunsten der Ertragsmaximierung, wie es leider in vielen anderen Bereichen des Lebens & Arbeitens mittlerweile ist. Es führt zu einer Ertragseinbuße, die wir guten Gewissens & in dem Wissen, dass wir mit der Natur arbeiten anstatt gegen sie, bewusst in Kauf nehmen.

In der wesensgemäßen Bienenhaltung arbeiten wir mit der Natur der Bienen und mit dem Schwarmtrieb. Wir lassen die Bienen entweder aus ihrer Beute ausziehen oder bilden einen vorweggenommenen Schwarm. Hier wird gewartet bis kurz vor dem Ausschlüpfen der neuen Königin. Kurz davor entnehmen wir dem Volk die alte Königin und die Hälfte der Bienen – aber zu einer Zeit, in der der Bien das von Natur aus vorhat (also während der Schwarmzeit). Wir nehmen diesen zeitlichen Mehraufwand gerne in Kauf. Auf diese Art und Weise lernen wir uns, unsere Bienen und die Natur noch viel besser kennen und auch verstehen. Ein Bienenschwarm ist ein wunderschönes und einmaliges Naturphänomen, was es zu erhalten und zu bewahren gilt. 


Überwinterung auf eigenem Honig / selbst hergestelltes Futter nach altem Rezept

Die Bienen sammeln Honig für den Winter, indem sie nicht die Möglichkeit haben zu fliegen und zu sammeln. Einen Teil des gesammelten Honigs belassen wir für den Winter bei den Bienen. Honig ist in seiner Zusammensetzung einmalig und sehr komplex, weshalb wir sehr bemüht sind uns mit der Honigernte auf die Überschüsse zu beschränken, die der Bien den Winter über nicht benötigt. Dies abzuschätzen erfordert viel Geschick & Verständnis des Wesens der Biene. 

 

Mit der Honigernte wird den Bienen aber auch ein Teil dieses Vorrates entnommen. In der konventionellen Imkerei wird diese Entnahme mit einfachem Zuckersirup oder Zuckerteig ersetzt. Honig enthält aber eine Menge mehr als nur Zucker und Wasser. Dazu gehören u.a. Vitamine, Enzyme, Proteine, Mineralstoffe und Pollen, die wichtig für die Bienen sind. Und auch für den Menschen, deswegen ist Honig so gesund. 

Wir füttern die Bienen mit Futter nach einem hundert Jahre alten Rezept. Dieses werten wir mit eigenem Honig auf und es enthält neben

Bio-Zucker (wenn es ein Jahr ist, in dem es demeter-Zucker gibt, nutzen wir natürlich diesen) und Wasser auch Kräutertees und ätherische Öle. Alle Zutaten stammen aus mindestens biologischem Anbau, im besten Falle natürlich aus demeter-Anbau.

Dieses Futter kommt in seiner Zusammensetzung dem Honig am nächsten.

 

Die Herstellung dieses Futters ist mit mehr Arbeits- und Zeitaufwand verbunden, als mal eben in den Imkerbedarfshandel zu gehen und fertig angerührten Zuckersirup oder -teig zu kaufen. Aber auch diese Arbeit verrichten wir sehr gerne, da sie unseren Bienen gut tut und zu ihrer Vitalität beiträgt.


Beuten aus natürlichen Materialien

 

Unsere Beuten bestehen aus Holz anstatt aus Styropor. Styropor ist umweltbelastend, da es aus Erdöl hergestellt wird. Es braucht tausende von Jahren um zu verrotten. Holz kommt außerdem der „natürlichen“ Bienenwohnung (ausgehöhlter Baum) sehr nahe.

Wir stellen unsere Beuten selbst aus einheimischen Hölzern her. Beuten, die es zu  kaufen gibt bestehen i.d.R. aus einer Holzart, die meistens aus Nordamerika importiert wird.

Entweder streichen wir unsere Beuten gar nicht und lassen sie unbehandelt oder wir streichen sie mit einer Öko-Lasur auf Pflanzenölbasis, die keine chemisch-synthetisch hergestellten Stoffe enthält (Schadstoffe für Bien, Mensch & Natur). 

 

 

Bei der Beutenherstellung (linkes Bild) und die fertigen Beuten auf unserem Anhänger, fertig für den Transport und ihren Einsatz.


Varroabehandlung nur mit organischen Säuren

Wir behandeln unsere Bienen gegen die eingeschleppte Varroamilbe (kleiner Parasit, der auf den Bienen sitzt und ihr Blut saugt und die Brut schädigt) aus Asien ausschließlich mit organischen Säuren. Dazu gehören Milch-, Ameisen- und Oxalsäure – diese Säuren kommen auf natürliche Weise auch im Honig vor. Wir verwenden keine chemisch-synthetischen oder antibiotischen Medikamente, die Rückstände im Honig und bei den Bienen hinterlassen könnten.

 

Dadurch, dass wir unsere Bienen durch Schwärme vermehren, haben wir die wohl natürlichste Behandlungsmethode, die uns zur Varroabekämpfung zur Verfügung steht, zusätzlich zur Verfügung. Die Varroamilbe vermehrt sich in der Brut des Biens. Ein Schwarm ist "nackt", d.h. er hat keine Waben und keine Brut, in der die Varroamilbe schon mit in die neue Behausung einziehen kann. Nicht wie in der konventionellen Imkerei, in der dem Bien Brutwaben zur Vermehrung entnommen werden. Auf diese Weise (Vermehrung durch Schwärme) werden die auf den Bienen sitzenden Milben im Schwarm getötet, da diese i.d.R. nicht so lange überleben können, bis der Schwarm sich neue Waben gebaut hat und die Königin angefangen hat Eier zu legen. 

Solltest Du noch Fragen zu unserer Betriebsweise oder generell zur Bienenhaltung, am liebsten natürlich zur wesensgemäßen Bienenhaltung, haben, dann schreib uns einfach eine Mail an info@die-bienenhuette.de oder ruf uns an.


Mit dem Kauf unserer Produkte unterstützt ihr unsere Arbeit, die wesensgemäße Bienenhaltung und tragt somit auch zum Erhalt der Bienen bei.

 

Von jedem verkauften Honigglas spenden wir 10 Cent an das Netzwerk Blühende Landschaft – eine ­Initiative von Mellifera e. V., Verein für wesensgemäße Bienenhaltung. Weitere Informationen unter www.bluehende-landschaft.de

Es gibt eine 5-Cent-Aktion vom Netzwerk Blühende Landschaft, aber wir haben uns bewusst für 10 Cent pro verkauftem Glas entschieden, da uns die Anlage und Erhaltung von Blühflächen für Insekten sehr am Herzen liegt.


Wir sind Mitglied bei Mellifera e.V., Verein für wesensgemäße Bienenhaltung, und De Immen e.V., Verein für wesensgemäße Bienenhaltung im Norden.